Sirenen schuetzen Doerfer
vom 31.07.2006
bis 31.07.2006
Dei beiden kuerzlich angekommenen Praktikantinnen PIA HONERATH u. FRANCIS REHN haben in einer Gemeinschaftsaktion mit Dr. Jayalath Jayawardena, dem ehem. Minister fuer Resettlement, Rehabilitation u. Refugees, 7 Sirenen in Grenzdoerfer im Sueosten der Insel verteilt.
Diese Sirenen dienen in erster Linie dazu, dass die Dorfbewohner im Falle von Uebergriffen von paramilitaerischen Gruppen fruehzeitig durch Wachposten gewarnt werden u. sich in sicherere Gebiete zurueckziehen koennen. In der Vergangenheit haben diese Sirenen vielen Menschen das Leben gerettet.
Dr. Jayalath hatte bislang ueber 240 Sirenen in den von der Tsunami besonders betroffenen Kuestenregionen verteilt, auch hier dienen diese einfach zu bedienenden Geraete der Fruehwarnung von evtl. neuen Flutwellen.
Beide Praktikantinnen im Bild bei der Uebergabe einer Sirene in einem der 7 Grenzdoerfer. Nachfolgend der Erfahrungsbericht, den beide Studentinnen verfasst haben:

3:40 Uhr, Colombo, der Wecker klingelt zu einem spannenden Tag für uns beide als Praktikantinnen. Nach nur 24 Stunden in Sri Lanka, bekamen wir die Aufgabe mit einem Parlamentsabgeordneten, Dr. Jayalath, Sirenen in Grenzgebieten zu verteilen. Das Projekt ermöglicht in den verschiedenen Distrikten mit Hilfe von handbetriebenen Sirenen die Dorfbevölkerung vor den brutalen Übergriffen der tamilischen Terroristen zu warnen. Die Sirenen wurden von der Bayerischen Landeszentralbank gestiftet und an der gesamten Küste Sri Lankas verteilt, um vor kommenden Tsunamis zu warnen.
Unsere Aufgabe bestand darin, 7 Sirenen im ärmsten Distrikt der Insel zu verteilen.
Wir fuhren Montagnachmittag nach Colombo und trafen uns dort mit Dr. Jayalth, der uns detailliert in das Projekt einwies. Aus terminlichen Gründen fuhr uns sein Chauffeur zu einem Hotel indem wir in der Nacht abgeholt wurden. Die Reise wurde von einem buddhistischen Mönch, Rene Dr. Seewalee Thero, seinem Sekretär, Dr. Jayalath und seinem Bodyguard, einem Journalisten und uns beiden begleitet.
Die Fahrt in einem alten Jeep quer durch das Land führte uns nach über 500 km zum Monaragala District, welches im Südosten der Insel gelegen ist. Dort trafen wir die Ministerin für Kinder- und Menschenrechte, Mrs. Leemeda Jayarenghe, den obersten Polizeichef und den Abgeordneten des Distriktes, Ranjith Madduma Bandara.
Mit Polizeieskorte ging es zum ersten Dschungeldorf, wo wir mehr als herzlich begrüßt wurden. Trotz mehrer Stunden Verspätung warteten die Dorfbewohner, um die Politiker zu sehen und die Sirene entgegen zu nehmen. Es ist schwer mit Worten wiederzugeben wie dankbar, begeistert und herzlich die Menschen uns entgegen traten. Da wir stellvertretend für AGSEP die Sirenen überreichten, wurden wir mit besonderer Dankbarkeit empfangen.
Die Sirenen wurden an einem zentralen Punkt des Dorfes aufgestellt, an welchem sie für jeden Bewohner gut hörbar sind. Die Übergabe wurde von Reden begleitet und sogar von MTV, dem größten unabhängigen Fernsehsenders Sri Lankas, gefilmt. Im zweiten Dschungeldorf machten wir eine überwältigende Erfahrung, denn das gesamte Dorf überraschte uns mit einem landesüblichen Essen, welches für den dortigen Lebensstandard außergewöhnlich war.
Um die Bedeutung der Sirenen zu erklären, beschrieb uns Mr. Madduma Bandara dass eine Sirene nur 350$ in der Herstellung kostet, aber für die Dschungelbewohner von unermesslichen Wert sei.
Selbst wenn die Sirenen nur ein Menschenleben retten, hat sich die weite Reise gelohnt.
Vom Frances Rehn und Pia Honerath